Saisonal: Fliederbeeren

Die Fliederbeer-Saison beginnt, ein Grund mehr, sich einmal mit diesem Thema auseinander zu setzen. Die meisten werden wahrscheinlich noch aus Mutters Küche die gute alte Fliederbeersuppe kennen, mit Grießklößchen oder Graupen, oder Perl-Sago. Allerdings ein Gericht, dass immer mehr an Bedeutung verliert in einer Welt, in der von Kräutern und frischen Beeren nicht mehr all zuviel bekannt ist. Dank unseren Fertig-Gerichten, der zunehmenden Internationalisierung der Küche.

fliederbeerenFliederbeeren, auch allgemein als Holunderbeeren bekannt (Schwarzer Holunder, Holder, Holler, Flieder, Sambuccus nigra) sind die am häufigsten vorkommenden Beeren, das sie sehr verbreitet sind und fast überall wachsen. Den charismatischen geruch kennt fast jeder, der durch Äcker, Wiesen und Felder latscht und an diesen Sträuchern vorbeikommt.

Die frisch gepflückten Beeren sind durch ihren Bestandteil an Sambunigrin giftig, sowohl für Mensch als auch Tier. Als Heilmittel aber dennoch bekannt durch reichlich enthaltenes Vitamin C, B, Fruchtsäuren und ätherische Öle, gern und oft als Heilmittel verwendet gegen Erkältungskrankheiten. Übrigens galt der Fliederbeerbaum im alten Volksglauben als Lebensbaum (obwohl giftig!?), Aushacken oder Verstümmeln des Strauches brachte Tod und Unglück. Soviel zur Theorie, nun zur Praxis.

Die gängigste Verfahrensweise mit Fliederbeeren ist das Auskochen zu Saft. Dieser kann für alle möglichen Gerichte verwendet werden, von daher beschäftigen wir uns heute nur mit dem Saft.

Fliederbeeren sammeln ist erst einmal die Grundvoraussetzung. Waschen und die Beeren von den Stielen abstreifen – am besten mit Hilfe einer Gabel – wäre dann der nächste Schritt. Dann das ganze dunkle Beerenzeug in einen Topf geben, mit Wasser knapp bedecken und mit Zucker (je nach Geschmack mehr oder weniger) sowie etwas Zitronensaft „würzen“. Kurz aufkochen, dann ca. 15 Minuten auf kleiner Flamme kücheln lassen.

Je nachdem, ob man einen klaren Saft oder doch gern die naturtrübe Variante möchte ist nun die weitere Vorgehensweise. Für einen klaren Saft einfach in ein feines Sieb geben und abtropfen lassen, für naturtrüb schön auspressen – ebenfalls in einem Sieb. In Glasflaschen gefüllt, Plastik geht auch, fest verschlossen, dunkel und kühl aufbewahrt ist der Saft dann ca. 1 Jahr haltbar, gelegentlich auch länger. Man kann ihn auch zu Sirup einkochen lassen, was natürlich in der weiteren Verwendung z.B. in einem Cremedessert einfacher ist zu verarbeiten. Ich für meinen Teil werde den Saft dann für meine laufende Let-Produktion nutzen – Ergebnisse werden hier natürlich mitgeteilt.

Frische Beeren, immer wieder und gern ein Genuß. Verzichtet doch mal auf den Fertigkram und probiert es selbst, das Ergebnis kann sich sehen lassen – spätestens beim Abwasch, denn Fliederbeeren färben sehr stark…

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