Allergene, Allergien und die EU

Ab dem 13.12.2014 gilt eine neue (alte … gibt es schon seit 2011) europäische Richtlinie, die den Allergikern das Leben vereinfachen soll. Die bisherige Praxis, dass allergene Zutaten in verpackten Lebensmitteln extra kenntlich gemacht werden müssen, wird nun ausgeweitet auch auf unverpackte Lebensmittel. Was bedeutet das nun genau?

DSC_0030Bei verpackten Lebensmitteln, wie hier am Beispiel eines sehr bekannten Brot-Aufstrichs, sind die Hersteller verpflichtet, die 14 häufigsten, von der EU deklariert, Allergene in den Zutaten deutlich zu machen. Fettschrift, Großbuchstaben und eine Mindest-Schriftgröße sind die vorgeschriebenen Mittel und Wege. Wie hier am Beispiel ersichtlich ist, wurden die 3 enthaltenen Allergene Milch, Nüsse und Soja in der Fettschrift kenntlich gemacht.

Diese Vorschrift gilt nun auch für alle unverpackten Lebensmittel – und zwar ausnahmslos. Ob Restaurants, Kiosk, Tankstelle – überall hat in unmittelbarer Nähe zum Lebensmittel die Kennzeichnung zu sein, so dass der Allergiker (ca. 6% der deutschen Bevölkerung) nicht mehr fragen muss, was wo drin ist. Dies gilt aber nur für die 14 von der EU als Hauptallergene benannten Lebensmittel.

Welche sind nun diese Lebensmittel? Die Liste ist ganz einfach und schnell zu finden, denn im Internet verbreitet sich so etwas tatsächlich schneller als bei herkömmlichen Medien. Da aber der Vormund des bürgers, der deutsche Staat in unserem Falle, es partout nicht geschaft hat, die europäische Richtlinie in nationales, geltendes Recht zu packen, schwimmen wir solange, bis das Gesetz erlassen ist, in einer rechtlichen Grauzone. Zwar ist die Verordnung Pflicht, aber nationales Recht gibt es dazu noch nicht. Die Gesetzgebung will im März 2015 erst darüber abstimmen und bis zur gültigen Umsetzung dürften ebenfalls noch ein paar Monate vergehen.

Die 14 Hauptallergene sind:

  • Eier
  • Sesam
  • Soja
  • Milch
  • Sellerie
  • Getreide (Gluten)
  • Senf
  • Fische
  • Erdnüsse
  • Krebstiere
  • Nüsse (Schalenfrüchte)
  • Weichtiere
  • Schwefeldioxit und Sulphit
  • Lupinen

Das betrifft natürlich nicht nur die Lebensmittel, auch wenn Zutaten daraus enthalten sind – wie zum Beispiel bei der Milch gelten dann alle Milchprodukte.

Wichtig wäre dabei noch zu erwähnen, dass eine Allergie nicht mit einer Unverträglichkeit verwechselt werden sollte. Eine Lactose-Intolleranz hat nichts mit einer Milch-Allergie zu tun! Wer eine Milch-Allergie hat, kann auch keine lactosefreie Milch/Milchprodukte zu sich nehmen. Das sind die sprichwörtlichen 2 Paar verschiedenen Schuhe.

Inwiefern der bürokratische Aufwand dieser Regelung für eine „Minderheit“ gerechtfertigt ist, soll an dieser Stelle nicht zum Thema gemacht werden.

Quellen:
Unilever
Wikipedia
Bundesministerium für Gesundheit

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