Geschichtlich: Schwarzsauer

Es gibt viele klassische Gerichte aus dem bäuerlichen Leben von anno dazumal, die nur noch die wenigsten kennen und noch weniger essen. Zu sehr haben sich unsere Gewohnheiten verändert, zu sehr haben wir uns der Zeit angepasst. Und doch gibt es sie noch, die Gerichte, die nicht jeder kennt und die mittlerweile schon eine Art geschichtlichen Kultstatus erreicht haben. Dazu zählt auch das „Schwarzsauer„, eine Art Gulasch, mit Blut gebunden.

Geschichte:

Zur Geschichte gibt es nicht viel zu erzählen. Das Schwarzsauer ist ein traditionelles Gericht aus dem eher norddeutschen Raum. Das Gericht wurde am Tag der Schlachtung zubereitet – klar, es eignet sich nur frisches Blut dafür.

Zutaten für 4 Personen:

1 Pfund Schweinenacken schier (ohne Knochen)
1 Pfund Schweinebauch ohne Rippen, mit Schwarte
1 Liter Schweineblut
2 Zwiebeln, 5 Lorbeerblätter, 8 Wacholderbeeren,
5 Nelken
0,2 Liter Branntweinessig
Salz, Pfeffer, Zucker nach Geschmack

Zubereitung:

Schweinenacken und -Bauch in einen Topf geben und mit Wasser bedeckt ca. 1-2 Stunden köcheln lassen – ohne Gewürze! Die klein geschnittenen Zwiebeln (ruhig mit Schale, es ist nur für Sud) und Gewürze ohne Salz und Pfeffer in einem zweiten Topf mit etwas Wasser, ein halber Liter dürfte reichen, zum kochen bringen und dann eine Stunde ziehen lassen.

Das gegarte Fleisch aus der Brühe nehmen und kurz abkühlen lassen. Dann in mundgerechte Stücke schneiden, Faustregel hierbei sind maximal ca 3×3 cm. Dann abwechselnd in einem neuen Topf – gut für die Spülkraft – abwechselnd und unter ständigem Rühren (sehr wichtig!) eine Kelle Brühe durch ein Sieb giessen und eine Kelle Blut. Das Rühren ist wichtig, das Blut darf nicht gerinnen, sonst bindet es nicht. Blut immer langsam hinzugeben.

Das Schwarzsauer nun langsam zum kochen bringen und den Gewürzsud unterrühren. Das ganze kippen wir unter ständigem Rühren in den Ausguss, halt, nein, natürlich nicht. Es wird nun mit Salz, Pfeffer und Essig abgeschmeckt. Zucker sparsam verwenden. Zum Schluss das geschnittene Fleisch hinzugeben und kurz im Schwarzsauer erwärmen.

Beilagen:

Dazu passen alle gängigen Beilagen wie Brot, Kartoffeln oder Mehlklöße, aber auch Steckrübenmus oder Knödel und Klöße. Mahlzeit!

Wer es etwas anders, lustiger lesen möchte, der ist hier gut beraten.

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3 Kommentare zu Geschichtlich: Schwarzsauer

  1. Nicole sagt:

    Also ich kenne das überhaupt nicht .. Irgendwie klingt das Rezept interessant, aber das zu viel Schwein dadrin, schreckt mich schon fast wieder ab 😉
    Was mir fehlt bei deinem Bericht/ Rezept sind Bilder. ..
    Vielleicht beim nächsten Kochen einfach mit einfühgen ^^. Ich Brauche beim Lesen immer Bilder..

    Liebe Grüße

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