Kleine Kräuterkunde: Mädesüß

Am Wochenende, auf der Veranstaltung des MPS hatte ich eine interessante Unterhaltung mit einen Verkäufer von allerlei Gewürzen und Kräutern, meist als Räucherwerk, aber auch zum verwenden und würzen. Neben riechen und probieren diverser anderer Kräuter war auch das Mädesüß gefragt von mir, da ich dieses „Unkraut“ benötige für den Ansatz des nächsten Met, der ein Kräutermet werden soll.

Durch die Recherchen zu Kräuterweinen bin ich eben auf diese Pflanze gestoßen, die in vielen der alten Rezepten gern genutzt und damit auch zum Gegenstand meiner Gier wurde. So authentisch wie möglich soll ja das Gebräu werden, also nutze ich möglichst Kräuter aus der Region. Bei oben erwähntem Gespräch ist dann auch erwähnt worden, dass Mädesüß unter anderem ein vollwertiger Ersatz für Aspirin sein soll, da als Wirkstoffstoff Acetylsalicylsäure enthalten ist, welches Grundbestandteil der Aspirin ist.

Echtes Mädesüß

Echtes Mädesüß

Traurigerweise fehlt dieses Kraut im Handbuch der Hexenkräuter, warum auch immer. Auch ist in der modernen Heilkunde die Wirkung als Heilkraut umstritten, wobei in der Geschichte der Heilkunde es eher erwähnt wird. Wem soll man nun glauben? Der althergebrachten Medizin vergangener Jahrhunderte, oder der modernen und wissenschaftlich erforschten, der sogenannten traditionellen Medizin?

Allerdings, wir leben in einer Zeit, in der natürlich wachsende Kräuter von der Schulmedizin, natürlich unter immensen Einfluss der Pharma-Konzerne, verteufelt werden. Bestes Beispiel dafür ist das gesetzliche Verbot für Werbung und Empfehlung des Gebrauches von Brennesseln in Frankreich. Wobei das nur ein Anfang sein dürfte. Die Menschen in ihrer Gier nach unnatürlichen Heilmitteln und größtmöglichem Gewinn …

Die Wirkung der Mädesüß wird als:

blutreinigend, entgiftend, entzündungshemmend, harntreibend, schmerzstillend, schweisstreibend beschrieben und soll helfen bei: Blasenproblemen, Darmproblemen, Erkältungen, Grippe, Fieber, Gicht, Magenproblemen, Nierenproblemen, Rheuma, Schmerzen, Migräne, Kopfschmerzen, Wassersucht und Ödemen.

Die Wurzeln und Blüten werden in diesem Fall verwendet, meist als Tee. Damit ist dieses Kraut allerdings auch prädestiniert als Küchenkraut, zum aromatisieren von Süßspeisen und Getränken. Der Geschmack soll honig-mandelartig sein. Der Geruch allerdings ist sehr kräftig und früher wurde Mädesüß in den Häusern als Duftpflanze verwendete, auf dem Boden gestreut und tagelang liegen gelassen. So wurden damals die üblen Gerüche in den Wohnhäusern bekämpft.

Der Name Mädesüß kommt nicht von dem Wortstamm her, den wir Menschen der Neuzeit als am wahrscheinlichsten erachten, also hat ein Mädchen damit gar nichts zu tun. Eher kommt der Name daher, dass dieses Kraut zum Süßen und aromatisieren von Wein verwendet wurde, der Name bedeutet daher eher »Metsüße« – was für mich damit ein Grund mehr für die Verwendung dessen ist.

trennlinie

Natürlich sollte bei auftretenden Krankheiten grundsätzlich der Arzt des Vertrauens aufgesucht werden – diese Ratschläge hier sollen diesen keinesfalls ersetzen noch als uneingeschränkte Weisheit gelten.

Quellen:

Julius-Hensel-Blog – Brennesseln verboten
Wikipedia – Echtes Mädesüß
Heilkräuter.de – Mädesüss

(reblog)

 

Dieser Beitrag wurde unter Basics, Getränke, Kräuter, Mittelalterküche, Thematisiert, Wissen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Kleine Kräuterkunde: Mädesüß

  1. Samo sagt:

    Cool, d.h.dann von dem Met bekommt man keine Kopfschmerzen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.