Klassiker – Bauernfrühstück

Ein wohl sehr bekanntes und klassisches Gericht der deutschen Küche und auch ein günstiges, schmeckendes und einfaches noch dazu – das ist das Bauernfrühstück. Nein, darin sind im Normalfall keine gekochten oder gebratenen Bauern, wo kämen wir denn hin, wenn alle Bauern verspeist würden.

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Geizkragen – Mentalität bei Getränken

Wir Menschen sind im Punkt Ernährung viel zu verwöhnt. Einerseits lieben wir die Bequemlichkeit und nutzen gern die Produkte der Nahrungsmittelindustrie, andererseits beschweren wir uns über horrende Preise. Und es wird auch nicht besser, immer mehr Ackerflächen werden dazu genutzt, den enormen Energie-Hunger  der Menschheit zu befriedigen – statt für Nahrungsmittel zweckgemäß verwendet zu werden.

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Geschichtlich: Schwarzsauer

Es gibt viele klassische Gerichte aus dem bäuerlichen Leben von anno dazumal, die nur noch die wenigsten kennen und noch weniger essen. Zu sehr haben sich unsere Gewohnheiten verändert, zu sehr haben wir uns der Zeit angepasst. Und doch gibt es sie noch, die Gerichte, die nicht jeder kennt und die mittlerweile schon eine Art geschichtlichen Kultstatus erreicht haben. Dazu zählt auch das „Schwarzsauer„, eine Art Gulasch, mit Blut gebunden.

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Gewürzmet – selbst gemacht

Honigwein, Met genannt, ist schon eine leckere Sache. Und im Grunde auch nicht ganz so schwer. Interessant wird es dann an der Stelle, an der die verschiedenen Geschmacksrichtungen ins Spiel kommen. Einfacher Honigmet sowie Holundermet haben ihre Prüfung schon bestanden, nun habe ich mich für eine gänzlich andere Variante entschieden. Im Altertum waren Gewürzweine angesagt, diese waren wegen des hohen Preises der Gewürze allerdings nur an den Höfen von Adligen und Königen zu finden. Gewürzweine kannten schon die Römer und galten als Heilmittel.

Gewürzmez - frisch geschüttelt

Gewürzmez – frisch geschüttelt – im Hintergrund die Variante Apfel-Holunder

Bei der Auswahl der Gewürze hatte ich im Internet recherchiert und mich dann für folgende Mischung entschieden: Nelken, Ingwer, Anis, schwarzen Pfeffer, Muskat und Zimt. Ist nicht ganz originalgetreu, aber dafür für mich persönlich interessant genug. Taillevent, Leibkoch Karls des V. schrieb sein Rezept mit Zimt, Gewürznelken Orangenblüten. Aber auch Rosenwasser und Majoran sind möglich.

Die weiteren Zutaten bestehen, wie bei Met teils üblich, aus: Waldblütenhonig, Apfelsaft naturtrüb, Wasser, Gärstarter (Hefe, Apfelsaft), Hefe-Nährsalz und etwas braunem Zucker.

Angesetzt hatte ich diesen bereits am 15.02.2015, allerdings ist der Gärprozess noch nicht abgeschlossen, wie mir Farbe und Schaumbildung es zeigen. Da tobt noch das Leben im Gebräu … Einen Monat bekommt er mindestens noch, in der Zwischenzeit wird die nächste Variante in Angriff genommen: Kräuter-Met.

Die „Zubereitung“ erkläre ich hier nicht noch einmal genauer, einerseits ist schon beim Honigwein/Met erklärt, andererseits gibt es bei Youtube sehr gute Anleitungen, wie zum Beispiel in den Videos vom Pfalz Winzer. Nur mit dem kleinen und feinen Unterschied, das bei dem Ansatz noch die Gewürze, im Mörser leicht zerstoßen, hinzugefügt werden. Prostn!

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Eierkuchen, Pfannkuchen

Der wohl bekannteste Klassiker der deutschen Küche ist der Eierkuchen, ergänzt durch die französischen Crepes und die amerikanischen Pancakes. Doch die sollen heute nicht das Thema sein, es geht ausschließlich um den klassischen Pfannkuchen. Die sind sehr einfach zu zubereiten, wer es raffinierter mag, kann natürlich auf abwandeln, doch dazu später mehr.

Pfannkuchen sind – was viele nicht wissen – sehr vielseitige Gerichte. Man kann diese sowohl süß als auch herzhaft essen, gefüllt mit Spinat und Feta oder klassisch einfach mit Zimtzucker und Apfelmus. Nicht zu verwechseln bitte mit dem Berliner Pfannkuchen, anderorts auch als Krapfen bekannt.

Geschichte:
Die Geschichte des Pfannkuchens geht wohl auf die älteste bekannte Zubereitung von Brot (Fladenbrot) zurück. Dabei wurde Mehl mit Wasser vermischt und auf einem heißen Stein gebacken. Andere Meinungen gehen in die Richtung, dass die Pfannkuchen von dem klassischen Omelett herrühren, dass nur „verbessert“ wurde. Ein historisches Rezept wäre:

The English House-Wife, Gervase Markham –
Rezept von 1660

Der beste Pfannkuchen: Nimm zwei oder drei Eier und verschlage sie in einer Schüssel. Nimm eine ordentliche Menge Wasser und verschlage alles gründlich. Füge Nelken, Muskatblüte, Zimt und Muskatnuss hinzu und würze mit Salz. Füge nach Belieben Mehl hinzu. Backe die Kuchen so dünn wie möglich in Butter. Serviere sie mit Zucker. Es gibt einige, die die Pfannkuchen mit Milch oder Sahne zubereiten. Das macht sie jedoch zäh und unangenehm und nicht so knusprig und schmackhaft wie mit fließendem Wasser. (Quelle)

Zutaten:
Es gibt eine einfache Faustregel für den Pfannkuchenteig: 1 Teil Ei, 2 Teile Mehl und 3 Teile Milch. Das heißt, auf 1 Ei (ca. 50 Gramm) kommen 100 Gramm Mehl und 150 ml Milch. Mit einer Prise Salz und etwas Zucker ist der Teig auch schon fertig. Das Salz unterstützt den Geschmack, soll aber nicht vorschmecken, also wirklich nur sehr wenig benutzen, gerade bei der süßen Variante.

Zubereitung:
Am einfachsten ist es, das (die) Ei(er) mit Salz und Zucker zu verquirlen, mit der Milch zu verrühren und dann langsam nach und nach das Mehl hinzuzufügen. Dann einfach auf mittlerer Flamme/Hitze in etwas Butter ausbacken, vorsichtig wenden, kurz auf der anderen Seite backen, etwas Zimt und Zucker drüber – fertig. Das Wenden mit der Pfanne sollten nur Geübte versuchen, Pfannkuchen kleben sehr gut an der Decke.

Variationen:
Einfache Möglichkeiten, die Pfannkuchen abwechslungsreicher zu gestalten gibt es viele. So kann unter anderem ein Teil der Milch durch Mineralwasser (ggf. sogar Apfelschorle zwecks Geschmack) ersetzt werden, wie auch durch Buttermilch. Mit sprudelndem Mineralwasser wird der Pfannkuchen „fluffiger“, Buttermilch gibt ein interessantes leicht säuerliches Aroma. Dazu noch etwas Nuss-Nougatcreme – Wahnsinn!

Ebenso kann fast jede Art von Früchten im Pfannkuchen gleich mit gebacken werden, am bekanntesten dürfte die Variante mit Apfelscheiben sein. Dabei einfach das Obst nur in flache Scheiben schneiden und direkt auf den noch flüssigen Teig in der Pfanne geben. Beim Wenden aufpassen!

Bei der herzhaften Variante gern noch etwas mehr Salz in den Teig geben, ebenso frisch gehackte oder getrocknete Kräuter sowie etwas Pfeffer und geriebenen Muskat. Diese Pfannkuchen schmecken gefüllt z. Bsp. mit Spinat und Feta, aber auch gebratenes Hack oder buntes Gemüse sind möglich. Ebenso ist ein Pilzragout oder Geflügelragout möglich. Die Grenzen liegen nur beim eigenen Geschmack und Vorlieben.

Guten Hunger!

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Saisonal: Grünkohl

Bevor noch der Winter zu Ende geht und das saisonale Gericht sich in die Sommerpause verabschiedet, so nun auch meine Version davon, für die ich bereits das eine und andere Lob meiner Gäste eingeheimst habe. Dabei ist es unerheblich, ob man Grünkohl aus der Dose nutzt, frisch gepflückten oder lose rollend gefroren – wie wir es so gern im Fachjargon nennen.

Doch für die einfache Hausfrau oder den Hobbykoch ist der Dosen-Grünkohl, sofern weitestgehend „natur belassen„, gar nicht so übel und allemal ausreichend. Dennoch kam ich durch den Küchenstress in der letzten Zeit überhaupt nicht dazu, ein Bild zu machen, so dass diesmal das Gericht ohne bildliche Vorstellung, nur anhand der bildlichen Vorstellung im Kopf vorzustellen wäre. Wer allerdings ein Bild unbedingt dazu haben möchte, Chefkoch.de oder Wikipedia bieten da reichlich Auswahl. Doch um so interessanter dürfte das Bild sein, wenn der Hobbykoch das Ergebnis seiner Bemühungen und meiner Anleitung auf dem Teller liegen hat.

Geschichte:
Wahrscheinlich ist die Geschichte des Grünkohls älter, als manche zu glauben wagten, zu hoffen oder zu denken. Denn die Wurzeln reichen (laut Esskultur.net) bis zu den alten Griechen zurück, die schon ca. 400 v.Ch. einen krausblättrigen Blattkohl verspeisten. Die Bremer haben die längste nachweisliche Tradition zum Grünkohl-Essen, dort wird es öffentlich seit 1545 zelebriert.

Weisheit zum Grünkohl:
Grünkohl braucht den Frost. Dabei ist, laut einhelliger Meinung von „besseren“ Gastronomen nicht der Frost im technischen Gerät (> Gefriertruhe) gemeint, sondern der tatsächliche Bodenfrost, durch den im Grünkohl die Kohlenhydrate zu Zucker umgewandelt werden. Welcher diesen bekömmlich werden lässt.  Aufgrund der Klimaveränderung und des dadurch immer später einsetzenden Frostes dürfte dieser Umstand allerdings bald der Vergangenheit angehören. Auf jeden ‚Fall – und da sind sich alle einig, muss Grünkohl mindestens zweimal gekocht werden, damit er richtig schmeckt. Also am Tag vorher „vorkochen“, am Tag des Grünkohl-Essens „fertig“ kochen. Und richtig genial wird dieser, wenn er danach eingefroren wird und dann aufgewärmt: Bombe!

Zeitaufwand:
Grünkohl braucht einen Tag Vorbereitung, also pauschalisierend 2 Tage, allerdings beträgt der reine Arbeitsaufwand maximal 2 Stunden.

Zutaten:

  • Grünkohl (frisch, aus der Dose oder gefroren)
  • Zwiebeln, geschält, grob gewürfelt
  • Kartoffeln, geschält und gewürfelt
  • Kassler, Bauchspeck – ebenfalls gewürfelt oder in Scheiben
  • Haferflocken (ja, richtig gelesen!)
  • Mettenden, Bregenwurst, Pinkel oder Kohlwurst
  • Senf – mittelscharf
  • Schmalz
  • Gewürze (Salz, Pfeffer, Muskat, Zucker)

Zubereitung:

Wie bereits oben erwähnt, sollte Grünkohl zweimal kochen. Also schon einen Tag vor der geplanten Mahlzeit zubereiten – das garantiert ein optimales Geschmackserlebnis. Je nachdem, in welcher Form der Grünkohl kommt, sollte er dementsprechend behandelt werden. Frischer Grünkohl muss erst gereinigt werden und kurz blanchiert (mit kochendem Wasser übergiessen, kurz in kochendes Wasser legen), dann knapp mit Wasser bedeckt zum kochen bringen. Bei Tiefkühl- und Dosengrünkohl kann der Schritt gespart werden, allerdings sollte Dosen-Grünkohl kurz abgespült werden mit kaltem Wasser.

Der nun kochende Grünkohl kann dann auch schon komplett zubereitet werden. Das heißt, nach Geschmack würzen mit Salz, Pfeffer, Muskat, Senf und etwas Zucker. Ein Spritzer Zitronensaft ist ein kleines Geheimnis, macht das Ganze etwas runder. Die gewürfelten Kartoffeln und Zwiebeln (Menge je nach Geschmack, dennoch sollte der Grünkohl das Hauptmerkmal des Gerichtes bleiben) können ebenfalls gleich am Anfang hinzu gegeben werden, wie auch Kasseler und Bauchspeck, die dem Gericht durch auskochen eine besondere Note verleihen. Wer Kassler und Bauchspeck lieber im Ganzen mitkochen möchte, um diese danach in Scheiben dazu zu reichen – bitte. Hauptsache ist, dass es mit dem Grünkohl zusammen gegart wird. Ebenso geben die Kohlwürste (Pinkel, Bregenwurst, Mettenden), wenn sie mitgekocht werden, dem Grünkohl eine schöne, rauchige Note.

Nun kann das Gericht gut und gerne 1-2 Stunden langsam kochen – auf kleiner Flamme und unter gelegentlichem Umrühren – schließlich soll der Kohl grün bleiben und nicht schwarz werden. Vom Herd nehmen, umfüllen, abkühlen lassen und über Nacht im Kühlschrank aufbewahren. Am nächsten Tag langsam zum kochen bringen und mit den Haferflocken gleich zum Anfang wird eine gewisse Bindung herbeigeführt. Nun den Kassler am stück entfernen (sofern dieser extra gereicht werden soll) und warm stellen. Nochmals abschmecken und fertig ist das saisonale Brauchtums-Gericht der norddeutschen Art.

Dazu gereicht wird in der Regel:

  • Salzkartoffeln
  • Röstkartoffeln oder süße Röstkartoffeln
  • Kassler, Bauchspeck
  • Kohlwurst, Bregenwurst, Pinkel oder Mettenden

Dann Guten Appetit mit dem bekanntesten Gericht der Norddeutschen!

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Regional: Labskaus

Ein Gericht, dem sehr viele Menschen mit gemischten Gefühlen gegenüber stehen, ist das norddeutsche Labskaus. Behaftet mit vielen Vorurteilen und selbst die Geschichte ist nicht eindeutig geklärt. Dennoch gehört es zum Lieblingsgericht vieler Norddeutscher, vor allem der „alteingesessenen“ Bevölkerung.

Labskaus - Quelle Wikipedia

Labskaus – Quelle Wikipedia

Geschichte:
Bekannt und erwiesen ist nur eine Tatsache, nämlich dass der Labskaus ein Gericht der Seefahrer war. Diese bekamen auf den langen Reisen ihre zugewiesene Ration Pökelfleisch, welches aufgrund des Vitaminmangels und der dadurch schlechten Zähne zerkleinert und zerkocht wurde. Es wurde wahrscheinlich mit Zwieback und Zwiebeln verkocht, später kamen dann die Kartoffeln hinzu. Ob es mit Fisch gekocht wurde, lässt sich nicht zweifelsfrei beweisen, ebenso wie der Ursprung des Namens, für den es dutzende Erklärungen gibt. Mit wäre meine eigene einleuchtender. Der Wortstamm „Lab“ aus dem Wort „laben„, wie essen, schmausen. Und Kaus wie Essen, Gericht, kauen. Passt auch viel eher zu dem Ursprung des Gerichtes.

Zutaten:
Viele Köche versauen das leckere Essen aus Faulheit oder Unwissenheit mit Corned Beef. Aber selbst für mich zugezogenen Neu-Norddeutschen und Vertreter und Verfechter der klassischen Zubereitung gehört immer noch gepökeltes Rindfleisch als Hauptkomponente hinein, da eben auch den unnachahmlichen Geschmack ausmacht. Das Rindfleisch wird entweder klein geschnitten (0,5 x 0,5) oder sehr grob gewolft.

Weiterhin kommt sauer eingelegtes Gemüse mit hinein sowie etwas Saft von diesem, Gewürzgurken oder Sauergurken, geschnitzelt sowie Rote Beete in Streifen geschnitten. Ebenfalls rohe Kartoffeln, entweder in kleine Würfelchen geschnitten oder grob zermatscht/gerieben. Zwiebeln gewürfelt sind ebenfalls sehr wichtig – für den Geschmack und die Inhaltsstoffe sowie natürlich etwas Wasser (die Zutaten maximal bedeckt).

Gewürzt die ganze Pampe einfach nur mit Salz und Pfeffer, etwas Zucker, wem das saure Gemüse zuviel Säure mitbringt. Den ganzen Matsch einfach nur 2-3 Stunden köcheln lassen, die Bindung kommt von den Kartoffeln. Abschmecken und fertig.

Die Mengen der einzelnen Zutaten variieren sowie so nach Geschmack, aber als Grundrichtung wäre zu erwähnen, dass der Fleischanteil schon 50% betragen sollte. Von daher verzichte ich hier auf genaue Angaben. Da Hobbyköche meist sowieso alles besser wissen … 😉 – und ebenfalls aus einer Grundeinstellung heraus.

Als Zugabe gibt es dazu klassisch Rollmops, Spiegelei, sauer eingelegte Gurke und Rote Beete, aber auch Matjes, Coleslaw und Bratkartoffeln sind möglich.

Doch sowohl Zubereitung sowie die Beilagen – das variiert von Region zu Region, je nach Familienrezept sowie den Köchen und ihrer Ausbildung. Eine feste Handhabe gibt es dabei nicht. Doch wie bereits erwähnt, ist die alternative Zubereitung mit Corned Beef nicht zu empfehlen.

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Holundermet – selbst gemacht

Nachdem das Gebräu nun 3,5 Monate in der Lagerung war, wurde es nun langsam Zeit, sich um die Filterung und Abfüllung zu kümmern. Gut, die ersten 2-3 Flaschen fehlten schon im Ballon und wurden mit Hochgenuß verzehrt, doch erst einmal Schritt für Schritt.

Holundermet, verkorkt, versiegelt und in Szene gesetzt

Holundermet, verkorkt, versiegelt und in Szene gesetzt

Die Herstellung von Met ist denkbar einfach. Wie bereits im ersten Selbstversuch (siehe hier) wird erst ein Gärstarter angesetzt, bestehend aus Wasser oder Apfelsaft, Hefe (Portweinhefe ist optimal), etwas Zucker, wenig Mehl und Hefenährsalz. Der darf dann auch 1-2 Tage sich entwickeln – bis er anfängt zu blubbern.

Nun wird der Honig – in diesem Fall mit Holundersaft (eigene Pflückung und Verkochung – siehe hier) angewärmt und aufgelöst und in den Ballon gegeben. Da diesmal die Menge entsprechend hoch war (10 Liter), zusätzlich noch eine Tablette Hefenährsalz hinzu, dazu den Gärstarter und fertig ist es erst einmal. Natürlich mit Stopfen und Gärverschluß verschliessen.

3 Monate gären lassen, das ist die optimale Zeit. Dann einfach filtern, ich nutze dafür feine Teesiebe, und in Flaschen füllen, vorkorken, labeln (Aufkleber über www.flaschenland.de [die übrigens alles rund um Flaschen, Korken etc. anbieten], organisiert und beschriftet in Offenbacher Schreibschrift) und ab ins Regal damit zur vorhandenen Sammlung der letzten Produktion. Irgendwann auch einmal konsumieren nicht vergessen. Die verwendeten Mengen habe ich allerdings nicht mehr so ganz im Kopf, es waren aber wohl 5kg Honig, 2 Liter Holundersaft und etwas Wasser – irgendwie hatte ich vergessen, alles zu notieren. Egal, Hauptsache das Gebräu schmeckt. Prost!

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Mal Fünfe gerade sein lassen…

Wenn es möglich ist, dann versucht doch einfach mal beim kochen nicht unbedingt und hundertprozentig nach dem Rezept zu arbeiten. Intuitivität und Kreativität sind zwei Schlüsselwörter, wenn es ums kochen geht.

Rezepte sind für die Fabriken, wenn das eine Ergebnis wie das nächste Ergebnis aussehen muss. Jede Nudel muss wie die vorher produzierte schmecken, jedes Fertiggericht muss dem Nächsten wie ein Ei dem anderen gleichen. Doch zuhause, da kennt jeder seinen Geschmack und den derer, für die er kocht. Und wenn dann schon das Rezept aus der Zeitschrift oder dem Buch eines sogenannten Profis genutzt wird, so kann man in einigen Punkten durchaus davon abweichen.

Gewiss, bei einigen Gerichten sind die Mengen und Zubereitungshinweise peinlich genau zu beachten, wenn man zum Beispiel vom Klassiker ausgeht, dem Soufflé. Aber ein Eintopf, da kann gern mal der normale Speck dem geschmacklich hochwertigeren Katenschinken weichen oder die Menge an Zutaten variieren, wenn man nicht zuviel Brühe und dafür Einlage mag.

Ebenfalls mit den geschmacksgebenden Zutaten kann man spielen, hier genannt Kräuter und Gewürze. Gut ist, was einem selbst schmeckt und auch ungefähr zum Gericht passt. Und nicht immer ist die allgemeine und vorherrschende Meinung auch die Richtige. Impulsivität, sogar Fehler haben in der Küchengeschichte schon immer zu neuen Kreationen geführt, zu neuen Highlights, die den kulinarischen Alltag bereichern.

Also, gern mal Fünfe gerade sein lassen. Wenn man 1-2 Schritte überspringt und das Ergebnis nicht ganz so wie auf dem Bild aussieht – cest la vie, Hauptsache ist doch, es schmeckt einem persönlich oder denen, die bekocht werden. Macht euch das Leben nicht unnötig kompliziert und arbeitsreich. Manchmal kann man so extrem viel Arbeit sparen, sogar in den Nebentätigkeiten wie Abwasch und Reinigung.

Das Rezept zur Hand genommen, durchgelesen und in Gedanken durchgespielt. Und dabei eruieren, was man selbst einfacher oder anders machen möchte. Manchmal ist dann das Ergebnis sogar besser als in der Vorlage. Betrachtet ein Rezept als Richtlinie, nicht als Gesetz – und schon läuft vieles wie von selbst. In diesem Sinne – gutes Gelingen!

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Allergene, Allergien und die EU

Ab dem 13.12.2014 gilt eine neue (alte … gibt es schon seit 2011) europäische Richtlinie, die den Allergikern das Leben vereinfachen soll. Die bisherige Praxis, dass allergene Zutaten in verpackten Lebensmitteln extra kenntlich gemacht werden müssen, wird nun ausgeweitet auch auf unverpackte Lebensmittel. Was bedeutet das nun genau?

DSC_0030Bei verpackten Lebensmitteln, wie hier am Beispiel eines sehr bekannten Brot-Aufstrichs, sind die Hersteller verpflichtet, die 14 häufigsten, von der EU deklariert, Allergene in den Zutaten deutlich zu machen. Fettschrift, Großbuchstaben und eine Mindest-Schriftgröße sind die vorgeschriebenen Mittel und Wege. Wie hier am Beispiel ersichtlich ist, wurden die 3 enthaltenen Allergene Milch, Nüsse und Soja in der Fettschrift kenntlich gemacht.

Diese Vorschrift gilt nun auch für alle unverpackten Lebensmittel – und zwar ausnahmslos. Ob Restaurants, Kiosk, Tankstelle – überall hat in unmittelbarer Nähe zum Lebensmittel die Kennzeichnung zu sein, so dass der Allergiker (ca. 6% der deutschen Bevölkerung) nicht mehr fragen muss, was wo drin ist. Dies gilt aber nur für die 14 von der EU als Hauptallergene benannten Lebensmittel.

Welche sind nun diese Lebensmittel? Die Liste ist ganz einfach und schnell zu finden, denn im Internet verbreitet sich so etwas tatsächlich schneller als bei herkömmlichen Medien. Da aber der Vormund des bürgers, der deutsche Staat in unserem Falle, es partout nicht geschaft hat, die europäische Richtlinie in nationales, geltendes Recht zu packen, schwimmen wir solange, bis das Gesetz erlassen ist, in einer rechtlichen Grauzone. Zwar ist die Verordnung Pflicht, aber nationales Recht gibt es dazu noch nicht. Die Gesetzgebung will im März 2015 erst darüber abstimmen und bis zur gültigen Umsetzung dürften ebenfalls noch ein paar Monate vergehen.

Die 14 Hauptallergene sind:

  • Eier
  • Sesam
  • Soja
  • Milch
  • Sellerie
  • Getreide (Gluten)
  • Senf
  • Fische
  • Erdnüsse
  • Krebstiere
  • Nüsse (Schalenfrüchte)
  • Weichtiere
  • Schwefeldioxit und Sulphit
  • Lupinen

Das betrifft natürlich nicht nur die Lebensmittel, auch wenn Zutaten daraus enthalten sind – wie zum Beispiel bei der Milch gelten dann alle Milchprodukte.

Wichtig wäre dabei noch zu erwähnen, dass eine Allergie nicht mit einer Unverträglichkeit verwechselt werden sollte. Eine Lactose-Intolleranz hat nichts mit einer Milch-Allergie zu tun! Wer eine Milch-Allergie hat, kann auch keine lactosefreie Milch/Milchprodukte zu sich nehmen. Das sind die sprichwörtlichen 2 Paar verschiedenen Schuhe.

Inwiefern der bürokratische Aufwand dieser Regelung für eine „Minderheit“ gerechtfertigt ist, soll an dieser Stelle nicht zum Thema gemacht werden.

Quellen:
Unilever
Wikipedia
Bundesministerium für Gesundheit

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